Remarks on Turkish interrogative complement clauses and verb subcategorization

Autor/innen

Tai Ma
Carleton University, Canada
https://orcid.org/0000-0002-7657-9069

Über dieses Buch

Zusammenfassung Dieses Kapitel untersucht die Interpretationen von interrogativen Komplementsätzen im Türkischen, wobei der Schwerpunkt auf eingebetteten W-Wörtern (wh-words) liegt. Verben wie unut- (vergessen) und hatırla- (sich erinnern) bilden kein interrogatives Umfeld für eingebettete W-Wörter, weshalb diese eine nicht-interrogative Funktion aufweisen. Interessanterweise können diese beiden Verben jedoch sowohl eine interrogative als auch eine indefinite Lesart (reading) hervorbringen. Dagegen lizenzieren san- (annehmen) und şüphelen- (vermuten) – ähnlich wie desiderative und jussive Verben – kein eingebettetes W-Wort in ihren Komplementsätzen. Im Gegensatz dazu führen düşün- (denken), karar ver- (entscheiden) und anla- (verstehen) zu ambigen Lesarten für eingebettete W-Wörter. Darüber hinaus können die eingebetteten W-Wörter in Komplementsätzen von sor- (fragen) und merak et- (sich wundern) im Türkischen – abweichend von ihren englischen Entsprechungen – unterschiedliche Skopusverhältnisse (scopes) annehmen, obgleich ihre Interpretation stets interrogativ bleibt. Die empirische Evidenz deutet darauf hin, dass die Interpretationen von W-Wörtern maßgeblich von ihren Einbettungsumgebungen abhängen. Dies legt eine theoretische Neubewertung des Rahmens der Verbsubkategorisierung nahe, basierend auf der Beobachtung, dass W-Wörter nicht durchgehend interrogativ, sondern unter bestimmten Bedingungen auch indefinit sind (Kratzer & Shimoyama, 2002). Das Problem ist im Kern an der Schnittstelle zwischen Syntax und Semantik (syntax-semantics interface) angesiedelt. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es hinsichtlich des Verhaltens gegenüber der Interpretation eingebetteter W-Wörter drei distinkte Verbklassen gibt.

Schlüsselwörter: Türkisch; Verbsubkategorisierung; W-Wörter; interrogative Komplementsätze; Syntax-Semantik-Schnittstelle

Autor/innen-Biografie

Tai Ma, Carleton University, Canada

Tai Ma is a syntactician currently pursuing graduate research in the Department of Linguistics at Carleton University in Canada. His primary research lies at the interfaces of syntax with morphology and semantics, situated within the framework of Generative Grammar. By integrating approaches from Distributed Morphology (DM) and the Minimalist Program (MP), he theoretically challenges the Lexicon Hypothesis.

Having completed his earlier undergraduate and graduate studies at Marmara University, his research predominantly focuses on the morphosyntactic structure of Turkish. He investigates topics such as the nominal morphology of subordinate clauses formed with -DIk, -AcAk, and -mA, the status of wh-words in complement clauses, noun phrases, and modality from a generative perspective.

Veröffentlicht

December 31, 2025

Zitationsvorschlag

Ma, T. (2025). Remarks on Turkish interrogative complement clauses and verb subcategorization . In O. Çınar, F. Başbuğ, & H. Aydemir (Eds.), & (Ed.), Çağdaş Dilbilim Yazıları I (Vol. I, pp. 273-288). Artsurem Publishing. https://doi.org/10.7816/imuling-15-2025-01X014